Teilzeitjobs

Rund 6,3 Millionen Menschen, also fast 20 Prozent aller Arbeitnehmer, sind derzeit deutschlandweit in Teilzeitjobs beschäftigt. Damit stellt der immer noch steigende Anteil der Teilzeitjobs in Deutschland einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Teilzeitjobs werden unterschiedlich und unternehmensspezifisch organisiert. Beispielsweise kann eine fixe Arbeitszeit festgelegt werden, die nicht die vollen 8 Stunden täglich beträgt. Andere Unternehmen bieten die so genannte „Arbeit auf Abruf“ an. Hierbei können unter bestimmten Voraussetzungen, arbeitsintensive Stoßzeiten im Unternehmen besser ausgeglichen werden. Die häufigste Form ist natürlich ein täglich reduzierter Stundenanteil, wie beispielsweise der 6-Stunden-Tag oder die klassische Halbtagsstelle. Kann ein Unternehmen die zu erledigende Arbeit zeitlich bündeln, wird auch oft eine 4-Tage-Woche vereinbart.

Die Vorteile für den Arbeitnehmer wie auch für den Arbeitgeber liegen hier natürlich auf der Hand. Die meisten Teilzeitjobs werden von Frauen ausgeübt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser zu ermöglichen. Die Volkswirtschaft kann so vom Potenzial vieler junger qualifizierter Mütter in flexiblen Arbeitszeiten profitieren und die Arbeitskräfte zweckmäßig einteilen. Auch der Steueranteil am Arbeitsentgelt fällt entsprechend geringer aus.

Besonders in größeren Unternehmen kann durch den gezielten Einsatz von Teilzeitjobs ein eventuell drohender Stellenabbau vermieden werden. Die Mitarbeiter in Teilzeitjobs sind belastbarer und motivierter, Burn-Out-Erkrankungen fallen gänzlich weg. Die vorhandenen Arbeitsfelder können auf mehrere Arbeitnehmer verteilt werden und jeweilige Stärken und Fähigkeiten so gezielter eingesetzt werden. Viele Betriebe konnten ihre Wettbewerbsfähigkeit durch motivierte und qualifizierte Teilzeitbeschäftigte enorm steigern.

Doch der beträchtliche Nutzen beim Einsatz von Teilzeitkräften sollte die Nachteile seitens des Arbeitgebers wie auch Arbeitnehmers teilweise ausgleichen können. Auf das Unternehmen kommen hierbei im Besonderen ein größerer Koordinationsaufwand, höhere Lohnnebenkosten und oft intensive Aufwendungen für Einarbeitung und Weiterbildung zu. Dem Arbeitnehmer wiederum entstehen gegenüber einer Vollzeitstelle oft erheblich finanzielle Einbußen. Teilzeitjobs besitzen zudem meist kurze oder gar keine Kündigungsfristen. Frauen finden sich oft in einem klassischen „Frauenarbeitsplatz“ mit geringen Verdienstmöglichkeiten wieder.

Dabei liegt gerade in Teilzeitjobs das Potenzial, die Arbeitsmarktsituation in Deutschland zu verbessern. Unter bestimmten Voraussetzungen stellen Teilzeitjobs eine Flexibilisierung und Produktivitätssteigerung für beide Parteien dar. Das Einkommen aus der Teilzeitbeschäftigung sollte zum einen zusammen mit anderen Einkünften wie Kindergeld oder Unterhaltzahlungen den Lebensunterhalt sichern können. Zum Anderen sollte der Teilzeitjob kein prekäres Arbeitsverhältnis ohne soziale Absicherung sein.